1. Wie viel kostet eine Bestattung?


Die Kosten für eine Bestattung variieren sehr stark, regionale

Unterschiede sind mitunter gravierend. Ebenso hängt es vom

jeweiligen Bestatter und natürlich den unterschiedlichen Wünschen

der Angehörigen ab. Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht scheuen, bei

verschiedenen Bestattern nachzufragen. Die Kostenaufstellung

unseres Unternehmens finden Sie im Bereich Bestattungskosten.


Eine detaillierte Auflistung der Jenaer Friedhofskosten finden Sie unter:


http://www.jena.de/fm/694/h10.pdf



2. Kann eine Bestattung finanziert werden?


Ja, zum Einen arbeiten wir mit der Deutschen Bestattungsvorsorge

Treuhand AG zusammen, bei welcher Sie Ihr Geld schon im Voraus

mündelsicher und bestverzinslich anlegen können. Hier ist eine

Einmal- oder Teilzahlung möglich. Ihr eingezahlter Betrag wird im

Todesfall inklusive der Zinsen an den Bestatter ausgezahlt.

Nähere Informationen finden sie unter:


http://www.bestatter.de/bdb2/pages/vorsorge/treuhand.php


Zum Anderen können Sie jederzeit  mit uns sprechen und eine

Ratenzahlung vereinbaren.




3. Was, wenn ich die Bestattung gar nicht bezahlen kann?


Gesetzt den Fall, Sie sind selbst Leistungsempfänger oder Geringverdiener

und Bestattungspflichtiger, können Sie beim örtlichen Sozialamt einen

Antrag auf Bestattungskostenübernahme stellen. Hier wird dann geprüft

ob noch weitere Erben in die Pflicht genommen werden können, oder

ob das Erbe ausgeschlagen wurde. Im Falle einer Kostenübernahme wird

ein Gesamtbetrag von maximal 2400 € übernommen, womit die Kosten

für eine einfache Bestattung gedeckt wären.


Nähere Informationen:


http://www.jena.de/sixcms/detail.php?id=61287&_lang=de&_

font_size=100,10


http://www.jena.de/fm/41/Antrag%20auf%20Bestattung.pdf


http://www.jena.de/fm/41/Hinweise%20zum%20Antrag%20auf%

20%DCbernahme%20von%20Bestattungskosten.pdf



4. Kann ich eine Bestattung schon vorher regeln?


Ja, fast alle Bestatter bieten die Möglichkeit in einem so genannten

Vorsorgevertrag alle relevanten Daten, Wünsche für die Trauerfeier,

Personen welche informiert werden sollen oder auch Dokumente die

hinterlegt wurden festzuhalten. So wird im Todesfall die Bestattung

nach Ihren Wünschen durchgeführt.

Ebenso kann natürlich die finanzielle Absicherung geregelt werden.

Unser Unternehmen arbeitet mit der Deutschen Bestattungsvorsorge

Treuhand AG zusammen, wie im Punkt 2. beschrieben.



5. Zahle ich beim Bestatter mehr für Blumen oder Zeitungsanzeigen?


Nein. Der Bestatter erhält zwar in der Regel eine Provision von den

einzelnen Fremdfirmen, diese gleicht allerdings nur den

Beratungsaufwand aus und wird vom Endbetrag abgezogen. Das

bedeutet, für den Kunden kostet es gleich viel, ob er die Traueranzeige

beim Bestatter oder bei der örtlichen Zeitung schaltet. Die Zeitung

wiederum bekommt vom Bestatter eine fertig erstellte Anzeige, spart

sich den Kundenberater und ist oft auch nicht mehr für evtl. Fehler

verantwortlich. Dafür bezahlt sie dem Bestatter die Provision.



6. Wer ist in Thüringen bestattungspflichtig?


Für die Bestattung haben neben dem vom Verstorbenen zu Lebzeiten

Beauftragten die volljährigen Angehörigen in folgender Reihenfolge zu

sorgen:

1.der Ehegatte,

2.der Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft,

3.die Kinder,

4.die Eltern,

5.die Geschwister,

6.die Enkelkinder,

7.die Großeltern,

8.der Partner einer auf Dauer angelegten nichtehelichen

Lebensgemeinschaft.

Kommen für die Bestattungspflicht nach Satz 1 Nr. 1 bis 8 mehrere

Personen in Betracht, so geht jeweils die ältere Person der jüngeren

Person vor; Beauftragte gehen Angehörigen vor.


7. was passiert wenn es keine Angehörigen gibt?


Wenn eine Person ohne Angehörige verstirbt, keine Bestattungsvorsorge

vorliegt und niemand die Bestattung in Auftrag gibt, ordnet das

Ordnungsamt eine Bestattung von Amtswegen an. Dabei wird die

einfachste Form der Bestattung gewählt, oft ohne Trauerfeier und mit der

Beisetzung in einem anonymen Grab. Werden später Angehörige

ausfindig gemacht, müssen diese den ausgelegten Betrag an das

Ordnungsamt zurückzahlen.




8. Was ist die Ruhefrist und was geschieht danach?


Als Ruhefrist bezeichnet man in Deutschland einen von der örtlichen

Friedhofsverwaltung festgelegten Zeitraum, in dem eine Grabstelle oder

Urnengrabstelle nach einer Beisetzung nicht neu belegt werden darf.

Die Ruhefrist richtet sich bei Erdbestattungen im Allgemeinen nach der

Dauer der Verwesung, die von der örtlichen Beschaffenheit des Bodens

abhängig ist. Die Ruhefrist bei Urnenbeisetzungen ist in der Regel kürzer

als bei Erdbestattungen. Es kommt vor, dass staatliche oder religiöse

Sonderregelungen zu einer unbegrenzten Ruhefrist führen.

Hinter dem Wort Ruhefrist steht die christliche Auffassung, dass

Verstorbene auf dem Friedhof eine letzte Ruhe finden sollen, die

nicht gestört werden darf.



§ 13 der Satzung kommunaler Friedhöfe Jena


Ruhezeiten

(1) Für die Jenaer Friedhöfe gelten folgende Ruhezeiten:

- Aschebeisetzungen aller Art: 15 Jahre

- Erdbestattungen Erwachsener: 25 Jahre

- Erdbestattungen für Kinder bis zu 6 Jahren: 20 Jahre


Im Anschluss an die Ruhefrist kann das Grab verlängert oder neu belegt

werden. Finden sich noch Überreste, so werden diese entweder im selben

Grab etwas tiefer gelegt, oder in einer anonymen Anlage des Friedhofes

beigesetzt. Auf jeden Fall verbleiben diese bis zur vollständigen

Zersetzung auf dem jeweiligen Friedhof.



9. Was passiert mit Zahngold?


Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

Hat das Krematorium einen Goldabscheider, wird das Gold nach dem

Einäscherungsprozess gesondert gesammelt. Oft bestehen Verträge

mit Edelmetalaufbereitern, die den Erlös für humanitäre Zwecke zur

Verfügung stellen. Einige Krematorien nutzen jedoch auch die Erlöse

der Wertstoffe, um damit die enormen Kosten für die Beseitigung der

Giftstoffe zu reduzieren. Die Trennung, Filterung, Lagerung und

Entsorgung von hochgiftigen Stoffen aus dem Einäscherungsprozess

ist um ein Vielfaches teuerer, als die vergleichsweise geringen Erlöse

der Wertstoffe. Besitzt ein Krematorium keinen Goldabscheider wie

beispielsweise in Jena, dann befindet sich das geschmolzene Gold unter

der Asche des Verstorbenen und ist kaum zu erkennen, geschweige denn

davon zu trennen.




10. Darf ich die Asche mit nach Hause nehmen?


Nein. In Deutschland gibt es einen Bestattungszwang. Er ist ehemals aus

dem Schutz der Bevölkerung vor ansteckenden Krankheiten entstanden,

der bis heute gültig ist. Obwohl bei Urnen diese Gefahr nicht zutrifft,

werden alle menschlichen Überreste grundsätzlich gleich behandelt.

Der Hintergrund dieser Regelung ist auch, dass man nicht möchte, dass

menschliche Überreste irgendwann im Müll landen.

Eine Witwe möchte die Asche ihres Mannes vielleicht gerne auf dem

Kamin haben, doch was passiert, wenn sie verstirbt und keine

Angehörigen mehr da sind? Ein Nachmieter wird sich sicher nicht um

eine aufwändige Beisetzung und den Erwerb eines Grabes kümmern

wollen.


11. Braucht man für die Verbrennung unbedingt einen Sarg

und was genau kommt in die Urne?


Ja, zum Einen wäre es pietätlos einen Verstorbenen ohne Sarg in den

Verbrennungsofen einzuführen, zum Anderen ist es technisch gar nicht

machbar. Der Sarg liefert noch zusätzliche Energie und wird dabei

komplett in Rauchgas umgewandelt.

Bei den Einäscherungstemperaturen von etwa 850 Grad im Krematorium

verbrennen alle Gewebe- und Holzbestandteile. Übrig bleiben nur nicht

brennbare Materialien wie Nägel, Schrauben und Klammern. Vom

Verstorbenen bleiben Implantate aus Metall und der ebenfalls nicht

brennbare Knochenkalk übrig. Nachdem alle Fremdstoffe mit einem

Magneten entfernt wurden, befindet sich in der Urne fast nur noch

die Asche des menschlichen Skelettes.


12. Kann Asche verwechselt werden?


Nein. Grundsätzlich kann nur ein Sarg in den Verbrennungsprozess

übergeben werden. Verwechslungen sind dabei ausgeschlossen. Schon

vor der Einäscherung des Verstorbenen wird jedem Sarg ein feuerfester

Schamottstein mit einer eingravierten Nummer beigefügt - der

sogenannten Einäscherungsnummer. Dieser Stein wird nach der

vollständigen Einäscherung gemeinsam mit der Asche des Verstorbenen

der Urne beigefügt. Eine neue Einäscherung kann erst beginnen, wenn

sich keinerlei Rückstände mehr im Verbrennungsraum befinden. So ist

sichergestellt, dass die Asche vollständig in die Urne verbracht und dem

Verstorbenen jederzeit zuzuordnen ist. Die Urne wird anschließend

verplombt  und mit einem ebenfalls dauerhaften Schild versehen, das

die Informationen über Namen, Geburts-, Sterbe- und

Einäscherungsdatum des Verstorbenen sowie den Namen des

Krematoriums zeigt.


13. Müssen dem Verstorbenen die Knochen gebrochen werden?


Nein, natürlich nicht. 2-3 Stunden nach dem Tod setzt die so genannte

Totenstarre (Rigor mortis) ein, auf Grund fehlendem ATP

(Energielieferant) in den Muskeln kommt es zur Verhärtung der Muskeln,

wie bei einem Krampf. Nach 36-48 Stunden erschlafft die Muskulatur

von selbst wieder, bis dahin kann durch Bewegung und Dehnung die

Starre vollständig gelöst werden.



14. Gibt es den Scheintot wirklich?


Scheintod (auch lat. Vita reducta oder Vita minima = das reduzierte bzw.

geringe Leben) ist eine veraltete Bezeichnung für einen Zustand, in dem

ein Mensch ohne Bewusstsein war und leblos wirkte, so dass unklar war,

ob er noch lebte oder tot war. Das beruhte darauf, dass die

Mediziner lange Zeit lediglich mit Hilfe von Pulskontrolle, dem Abhören

des Herzschlags und der Wahrnehmung der Atmung feststellen konnten,

ob ein Mensch noch lebt oder tot ist. Man ging davon aus, dass jeder vor

seinem Tod zunächst in einen solchen „Zwischenzustand“ gelange.

Es wird unterschieden zwischen dem


klinischen Tod mit den unsicheren Todeszeichen (Atemstillstand,

Kreislaufstillstand, Bewusstlosigkeit, fehlende Pupillenfunktion,

fehlende Reflexe, Leichenkälte und Leichenblässe), sowie dem


biologischen Tod mit den sicheren Todeszeichen:  


1. Totenflecken = Livores, Auftreten bereits 20-30 Minuten post mortem

2. Totenstarre = Rigor mortis,

3. Autolyse= Verwesung

4. mit dem Leben nicht vereinbare Gewalteinwirkung

5. Hirntod (klinisch/diagnostisch festgestellt)


Auf Grund des heutigen medizinischen Wissens ist es nahezu

ausgeschlossen dass jemand abgeholt wird ohne wirklich tot zu sein.

Im Todesfall wird zunächst ein Arzt gerufen, der nur anhand der

sicheren Todeszeichen den Totenschein ausfüllt. Erst dann wird der

Bestatter für die Überführung gerufen.



15. Warum werden Verstorbene mit den Füßen voran transportiert?


Ein Brauch, der sehr weit in die Geschichte zurückreicht. Die Angst vor

Wiedergängern war sehr groß und man wollte vermeiden, dass die Seele

den Weg ins Sterbehaus zurück findet. Um die Rückkehr der Seele zu

verhindern, habe man auch stets darauf geachtet, dass der Tote unter

allen Umständen mit den Füßen voraus aus dem Haus getragen wurde.

Sollte er mit dem Gesicht dem Haus zugewandt heraus getragen werden,

würde er im Grab keine Ruhe finden und er würde ins Haus zurückkehren,

so die seinerzeit verbreitete Annahme.

Allerdings hat es auch mit einem gewissen Respekt zu tun, denn Kranke

werden ebenfalls nicht rückwärts transportiert, sondern so, dass sie

den Weg sehen können.




16. Warum werden im Sterbezimmer die Fenster geöffnet und

die Spiegel verhangen?


Im ausgehenden 19. Jahrhundert wollte man der Seele des Verstorbenen

das Verlassen des Sterbezimmers dadurch erleichtern, dass man

beispielsweise oft direkt nach Eintritt des Todes die Fenster öffnete,

heißt es in einem Bericht des Landschaftsverbandes

Westfalen-Lippe (LWL).

Spiegel werden verhangen, damit die Seele, die nach dem Tod den Körper

verlässt, sich nicht durch den Spiegel irreleiten lässt. Auch hier war die

Angst vor gefangenen Seelen, die im Haus Unheil verbreiten,

ausschlaggebend für diesen Brauch.



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